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Sagen & Märchen aus Niedersachsen - Zwergenkönig Hübich und der Hübichenstein
Ein mächtiger Felsen, ein geheimnisvoller Zwergenkönig und ein Verbot, das besser niemand brechen sollte: Am Hübichenstein bei Bad Grund treffen Landschaft, Geschichte und alte Harzer Sagen unmittelbar aufeinander.
⌖ Harz / Bad Grund
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Veröffentlicht 12.10.2026 · 18:38KI-bearbeitet
Der Hübichenstein liegt im westlichen Harz bei Bad Grund.
Der markante Felsen ragt rund 50 Meter über seine Umgebung hinaus und gehört zu den auffälligen Naturdenkmälern der Region.
Doch für viele Menschen war dieser Ort früher weit mehr als einfach nur ein Felsen.
Der Sage nach befand sich hier das Reich des Zwergenkönigs Hübich.
Hübich wird in alten Erzählungen als kleiner Mann mit einem langen Bart beschrieben. Trotz seines manchmal strengen Auftretens soll er grundsätzlich gutmütig gewesen sein.
Besonders armen und notleidenden Menschen habe er immer wieder geholfen.
In manchen Überlieferungen heißt es sogar, dass Hübich wertvolle silberne oder goldene Tannenzapfen verschenkte.
Doch seine Freundlichkeit hatte Grenzen.
Der Hübichenstein war sein Reich – und kein Mensch durfte den Felsen besteigen.
Wer diese Regel missachtete, musste mit dem Zorn des Zwergenkönigs rechnen.
Eine der Geschichten erzählt von einem jungen Mann aus der Umgebung.
Gemeinsam mit Freunden kam er am Hübichenstein vorbei. Um ihnen seinen Mut zu beweisen, begann er trotz aller Warnungen mit dem Aufstieg.
Oben angekommen soll er stolz auf seine Leistung gewesen sein.
Doch König Hübich beobachtete das Geschehen.
Der Sage nach ließ er den jungen Mann plötzlich am Felsen feststehen. Egal wie sehr dieser sich anstrengte – er konnte sich nicht mehr bewegen.
Damit hatte der Zwergenkönig deutlich gemacht, wem der Hübichenstein gehörte.
Solche Geschichten machten den Ort über Generationen zu etwas Besonderem.
Doch dann kam der Dreißigjährige Krieg.
Soldaten sollen die Spitze des Hübichensteins aus Zerstörungslust beschossen und beschädigt haben.
Für König Hübich war damit offenbar eine Grenze überschritten.
Seitdem, so erzählt die Sage, wurde der geheimnisvolle Herr des Felsens nie wieder gesehen.
Vielleicht verließ er sein Reich.
Vielleicht zog er sich tief in den Berg zurück.
Oder vielleicht wartet er dort noch immer.
Der Hübichenstein selbst existiert natürlich tatsächlich.
Bei dem Felsen handelt es sich um Kalkstein, der aus einem uralten Korallenriff entstanden ist. Heute gehört der Hübichenstein zu den besonderen geologischen Sehenswürdigkeiten des Harzes.
Auf seiner Spitze steht außerdem ein großer bronzener Adler, der Ende des 19. Jahrhunderts als Teil eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I. errichtet wurde.
Doch trotz all dieser realen Geschichte bleibt die Sage von König Hübich mit dem Ort verbunden.
Bis heute erinnert der Name des Felsens an die alte Harzer Sagengestalt.
Und gerade das macht solche Orte besonders spannend.
Man steht vor einem echten Felsen, kann ihn berühren und besteigen – und weiß gleichzeitig, dass sich Menschen schon vor vielen Generationen Geschichten über Zwerge, Zauberei und geheimnisvolle Bewohner dieses Berges erzählt haben.
Vielleicht sollte man beim nächsten Besuch trotzdem ein wenig vorsichtig sein.
Man weiß schließlich nie, ob König Hübich nicht doch noch irgendwo unter dem Felsen wohnt.
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