
Der Harz ist bekannt für seine Berge, Wälder und Wanderwege. Doch tief unter der Oberfläche verbirgt sich eine ganz andere Welt.
Im Höhlenort Rübeland, einem Ortsteil der Stadt Oberharz am Brocken, befinden sich zwei der bekanntesten Schauhöhlen Deutschlands: die Baumannshöhle und die Hermannshöhle.
Unser Landwelle Ausflugstipp führt in eine unterirdische Landschaft voller Tropfsteine, gewaltiger Höhlenräume und spannender Naturgeschichte.
Zwei Höhlen – zwei besondere Erlebnisse
Die Rübeländer Tropfsteinhöhlen liegen nur ungefähr 300 Meter voneinander entfernt.
Obwohl beide Höhlen durch ähnliche geologische Prozesse entstanden sind, besitzen sie jeweils ihren eigenen Charakter.
Die Baumannshöhle ist besonders für ihre eindrucksvollen Tropfsteinformationen und den berühmten Goethesaal bekannt.
Die Hermannshöhle begeistert dagegen mit großen unterirdischen Räumen, einer besonderen Kristallkammer und seltenen Höhlenbewohnern.
Die Baumannshöhle – auf den Spuren Goethes
Die Baumannshöhle gehört zu den ältesten Schauhöhlen Deutschlands.
Bereits seit dem 17. Jahrhundert werden Besucher durch ihre unterirdischen Räume geführt.
Ihren Namen erhielt sie nach dem Bergmann Friedrich Baumann, der die Höhle einer Überlieferung zufolge bei der Suche nach Erz entdeckt haben soll.
Besonders beeindruckend ist der große Goethesaal.
Der unterirdische Raum wurde nach Johann Wolfgang von Goethe benannt, der die Höhle während seiner Harzreisen besuchte.
Der Goethesaal wird außerdem als außergewöhnliche Kulisse für Theateraufführungen und andere Veranstaltungen genutzt.
Dabei entsteht eine Atmosphäre, die sich kaum mit einem gewöhnlichen Theater vergleichen lässt.
Die Hermannshöhle – Kristalle und geheimnisvolle Bewohner
Die Hermannshöhle wurde im 19. Jahrhundert entdeckt und später für Besucher erschlossen.
Sie zeichnet sich durch große Hohlräume und besonders eindrucksvolle Tropfsteinformationen aus.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten gehört die Kristallkammer.
Hier lassen sich außergewöhnliche Kalkkristallbildungen bestaunen, die durch natürliche Prozesse im Laufe langer Zeiträume entstanden sind.
Eine weitere Besonderheit sind die Grottenolme.
Diese ungewöhnlichen Amphibien sind hervorragend an ein Leben in dunklen Höhlengewässern angepasst.
In der Hermannshöhle können Besucher die seltenen Tiere in einem eigens angelegten Becken beobachten.
Wie entstehen eigentlich Tropfsteine?
Tropfsteine wachsen äußerst langsam.
Regenwasser nimmt auf seinem Weg durch den Kalkstein gelöste Mineralien auf.
Wenn das Wasser in einen Hohlraum gelangt und von der Decke tropft, kann sich ein Teil des Kalks wieder ablagern.
So entstehen über sehr lange Zeiträume die bekannten Tropfsteinformen.
Stalaktiten wachsen von der Decke nach unten.
Stalagmiten wachsen dagegen vom Höhlenboden nach oben.
Treffen beide irgendwann aufeinander, entsteht eine Tropfsteinsäule.
Viele der Formationen erinnern mit etwas Fantasie an Tiere, Figuren oder fantastische Landschaften.
Ein Ausflug für neugierige Entdecker
Die beiden Höhlen können im Rahmen geführter Rundgänge besichtigt werden.
Dabei erfahren Besucher Wissenswertes über ihre Entstehung, ihre Geschichte und die Besonderheiten der unterirdischen Natur.
Gerade für Familien mit Kindern kann ein solcher Rundgang zu einem spannenden Erlebnis werden.
Allerdings sollten Besucher beachten, dass die Wege durch die Höhlen zahlreiche Treppenstufen umfassen.
Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind die Besichtigungen deshalb nicht ohne Weiteres geeignet.
Warme Kleidung nicht vergessen
In den Tropfsteinhöhlen herrschen ganzjährig Temperaturen von ungefähr acht Grad Celsius.
Selbst an warmen Sommertagen ist eine Jacke deshalb sinnvoll.
Außerdem empfiehlt sich festes Schuhwerk, da die Wege stellenweise feucht sein können.
Unser Landwelle-Tipp
Wer ausreichend Zeit mitbringt, sollte sich beide Höhlen anschauen.
Die Baumannshöhle beeindruckt mit ihrer Geschichte und dem großen Goethesaal.
Die Hermannshöhle bietet dagegen mit der Kristallkammer und den Grottenolmen ganz eigene Besonderheiten.
Schaut außerdem vor eurem Besuch nach, ob im Goethesaal besondere Veranstaltungen oder Theateraufführungen angeboten werden.
Gut zu wissen
Die Höhlen können nur im Rahmen der angebotenen Führungen besichtigt werden.
Öffnungszeiten, Eintrittspreise, Führungsangebote und Veranstaltungen können sich verändern. Deshalb empfiehlt sich vor der Anreise ein Blick auf die offizielle Webseite.
Adresse
Rübeländer Tropfsteinhöhlen
Baumanns- und Hermannshöhle
Blankenburger Straße 35
38889 Oberharz am Brocken, Ortsteil Rübeland
Offizielle Webseite
https://www.harzer-hoehlen.de/
